47. Warum ich abends zum Glas greife – über Alkohol, Trauma und dein Nervensystem

Shownotes

Ganzheitliche Gesundheit für Frauen ❣️ - Heilung beginnt, wenn du dich wieder fühlst ✨

In dieser Folge:

Was haben ein Glas Wein am Abend, chronische Schmerzen, Schokolade und ständiges Funktionieren gemeinsam? Mehr, als du vielleicht denkst.

Ich habe heute die wundervolle Silke zu Gast. Sie ist Sozialpädagogin, systemische Coach, Hypnosecoach und Traumafachberaterin – und hat sich auf ein Thema spezialisiert, das vielen Frauen viel näher ist als sie zugeben würden: das Verhältnis zu Alkohol.

Silke war selbst betroffen und weiß daher aus eigener Erfahrung, wie sich dieser Weg anfühlt – von innen. Diese Folge ist ehrlich, tiefgründig und voller Mitgefühl. Kein Zeigefinger, keine Schuldgefühle. Sondern echter Einblick.

Das erwartet dich in dieser Folge:

  • ♥ Warum wir Dinge tun, obwohl wir wissen, dass sie uns schaden – und was wirklich dahintersteckt
  • ♥ Die „Annahme des guten Grundes" – Silkes wichtigste Haltung als Traumafachberaterin
  • ♥ Warum Suchtverhalten kein Willensproblem ist – sondern ein Nervensystemthema
  • ♥ Das Grauzonentrinken: Wer betroffen ist und warum gerade Hochleistungsfrauen so oft hineingleiten
  • ♥ Wie man erkennt, ob man emotional abhängig von Alkohol ist – ohne Diagnose
  • ♥ Warum echte Entspannung sich für manche wie Gefahr anfühlt
  • ♥ Das Wasserfass-Bild: Wann läuft ein Nervensystem über?
  • ♥ Was Trauma wirklich bedeutet – und was nicht
  • ♥ Die 90-Sekunden-Timer-Übung zum Einchecken bei dir selbst
  • ♥ Wie der Weg raus aussieht: Analyse, innere Sicherheit und neue „Autobahnen" im Kopf
  • ♥ Silkes wichtigster Tipp – für Betroffene und Angehörige

Über Silke: Silke ist Sozialpädagogin, systemische Coach, Hypnosecoach und Traumafachberaterin. Sie hat sich auf das Thema Alkohol und emotionale Abhängigkeit bei Frauen spezialisiert – aus eigener Erfahrung und mit einem zutiefst mitfühlenden, nicht wertenden Ansatz. Sie bietet Einzel- und Gruppenbegleitung an.

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Transkript anzeigen

00:00:00: So ein bisschen Wein am Abend kann doch nicht schaden, oder?

00:00:03: Ich kann immer so gut entspannen wenn ich Alkohol trinke.

00:00:06: Oder das bisschen Wein macht mich einfach ein bisschen lockerer und entspannter!

00:00:12: Wenn du das kennst dann ist diese Folge unbedingt für dich... ...oder vielleicht wenn du auch jemanden kennst dem das so geht, dann hört ihr unbedingt mal an was aus traumatherapeutischer Sicht dahinter stecken könnte, was dir dein Nervensystem sagen will und warum es nicht deine Schuld ist wenn du denkst du brauchst Alkohol zur Entspannung.

00:00:32: Also ganz viel Spaß mit dieser Folge.

00:00:35: hört direkt

00:00:36: rein!

00:00:52: Heute geht es darum, was haben ein Glas Wein am Abend, chronische Schmerzen, Erschöpfung, Schokolade und ständiges Funktionieren gemeinsam?

00:01:01: Wenn ich das interessiert, dann bleibt unbedingt dran.

00:01:03: Denn ich habe heute einen wundervollen Gast die Liebe Silke!

00:01:07: Und Silke ist Sozialpädagogin, systemischer Coaching, Hypnose-Coach, Traumfachberaterin für Frauen – und Silke du hast dir zur Aufgabe gemacht das Verhältnis zu Alkohol von Frauen zu verändern.

00:01:21: Also du hast dich auf das Thema Alkuhol spezialisiert und darum wird es heute auch gehen unter anderem, Es ist so schön dass du hier bist denn Du hast auch als Traumafach-Beraterin einmal den Feeling Good Cous mit angeguckt Und so können wir heute ganz viele Themen miteinander vereinen.

00:01:41: Hast du denn schon herausgefunden, Sieg?

00:01:43: was mich interessieren würde?

00:01:45: Warum machen wir immer wieder Dinge obwohl wir wissen dass sie uns schaden.

00:01:49: Diese Frage die stelle ich mir so oft und mit der hast Du ja dann auch ständig zu tun oder

00:01:56: Ja das stimmt!

00:01:57: Das ist die Frage die meisten Frauen stellen die ihren Weg dann zu mir finden.

00:02:03: Ich weiß doch dass es nicht gut ist und ich will das doch anders haben.

00:02:06: Und warum passiert mir das immer wieder?

00:02:09: Und da gibt es natürlich verschiedene Erklärungsmodelle und das erste, was ich immer sage ist als Traumafachberaterin die Brille, die ich immer auf habe.

00:02:20: Die Annahme des guten Grundes – so nennt sich das ein ganz wichtiger Teil meiner Haltung.

00:02:26: Das heißt, es gibt immer einen guten Grund für das, was wir machen auch wenn wir das nicht verstehen, Und

00:02:34: es gibt

00:02:35: so verschiedene Seiten in uns, sondern gibt das eine Seite in uns die sagt ich habe aber so einen Stress und ich fühle mich so überfordert.

00:02:44: Ich weiß gar

00:02:45: nicht

00:02:46: wie ich mit all diesem Druck, mit dem ganzen Stress umgehen soll.

00:02:49: und Alkohol ist dann für diese Seite an uns... für manche von uns die beste lösung, die wir in dem moment haben.

00:02:57: Bei anderen ist es du hast gesagt die berühmte schokolade auf schokolad ist ja wunderbar wenn man sie maßen genießt.

00:03:04: aber manchmal ist ja auch das etwas wo frauen sagen und dann esse ich jeden tag auf einmal eine tafel oder zwei tafeln Oder ich komme gar nicht mehr vor netflix weg oder ich kauf ständig sachen und weil ich brauche die gar nicht.

00:03:18: Das sind hier alles solche dinge Die wird tun weil Ein unwillkürliches System in uns auf einmal das Ruder übernimmt.

00:03:26: und das unwillköhrliche System ist immer stärker als das willkürliche, immer stärrer als der bewusste Wille.

00:03:33: Und das muss man wissen!

00:03:34: Und dieses unwillkoliche System hat aber einen guten Grund.

00:03:37: Das ist dafür da... es ist irgendwann mal entstanden um uns zu beschützen zum Beispiel in Situationen wo wir keinen anderen Ausweg wussten als dann sowas zu machen.

00:03:49: also du sagst Wir machen Dinge, obwohl wir wissen es sie uns schaden um uns eigentlich zu schützen.

00:03:58: Also die Annahme des guten Grundes wie kann ich das?

00:04:01: Wie kann nicht das für mich verstehen?

00:04:03: Ich habe ja ich hab er nicht als Kind gelernt dass Alkohol Eine Lösung ist, oder doch habe ich das von meinen Eltern abgeschaut.

00:04:10: Oder woher kommt es dass wir dann zu so einem Suchtverhalten nenne ich jetzt mal und ich glaube ich war früher selbst kaufsüchtig.

00:04:17: also da hab' ich mich jetzt wieder erkannt.

00:04:19: ja wenn's mir nicht gut ging habe ich mir irgendwas gekauft um mich kurzfristig besser zu fühlen.

00:04:23: also es hilft ja um da kurz rauszukommen aber Danach habe ich mich ja dann auch noch schuldig gefühlt.

00:04:31: Da kommt da noch die Schuld und die Scham oben mit drauf, dass sich zu viel Geld ausgegeben hat.

00:04:36: Und bei Alkohol denke ich ist es das Gleiche.

00:04:39: oder würdest du das unterscheiden?

00:04:43: Wie kommt es zustande?

00:04:46: Das sind verschiedene Ebenen.

00:04:48: also zum einen ist es tatsächlich so, Die Wahl der Strategie haben wir uns häufig abgeguckt von Bezugspersonen.

00:04:57: Also Menschen, die Alkohol missbrauchen, gebrauchen in schädlicher Art und Weise um Gefühle zu regulieren, haben sich das häufig bei Eltern abgeguckt.

00:05:06: also neun von zehn Menschen mit denen ich spreche, haben mindestens einen Elternteil, der auch in schätlicherweise Alkohl konsumiert hat.

00:05:15: Das heißt, wir haben es schon gelernt als Kinder aha Die Erwachsenen, die regulieren ihre Gefühle scheinbar übers Trinken.

00:05:24: Wenn sie Spaß haben wollen oder wenn ich Stress habe oder so was, dann trinken die.

00:05:30: Das andere ist das vielleicht... Oder dass viele Menschen, die zu Summenverhalten kommen ob das jetzt Alkohol ist oder wie du sagst dieses Shoppen irgendwas machen, was man eigentlich nicht will und was man irgendwie nicht steuern kann wo man weiß es ist blöd aber ich mach's trotzdem.

00:05:45: Dann kommt das auch häufig aus der Ecke die eigenen Bedürfnisse nicht wirklich wahrnehmen und nicht, dass wir nicht gelernt haben, die kommunizieren zu dürfen.

00:06:00: Also viele von uns haben dann gelernt als Kind so reiste ich mal zusammen oder jetzt hör auf zu heulen gehen dein Zimmer bist du wieder normal bist und also irgendwie die eigenen Gefühle zu verstecken ein Stück weit Hinter diesem, also wenn du jetzt Alkohol trinkst oder wenn du shoppst.

00:06:21: Oder wenn du irgendwas machst was du eigentlich nicht möchtest steckt dahinter eigentlich ein ganz anderes Bedürfnis zum Beispiel das bedürfenes nach Nähe Nach Entspannung nach innerer Sicherheit.

00:06:34: und Weil wir das verlernt haben zu spüren weil wir gelernt haben unsere bedürfnisse gar nicht weit nach hinten zu schieben Kommt dann so'n Ersatzbedürfnes nach vorne Und das hat auch was zu tun – ich will es jetzt nicht zu groß machen, aber das hat natürlich auch etwas mit gesellschaftlichen Einflüssen zu tun.

00:06:52: Weil zum Beispiel Dinge zu kaufen ist ja etwas, was gefördert wird durch Werbung und so weiter.

00:06:58: Auch Alkohol wird gepusht als etwas, das dafür sorgt, dass man Spaß hat, dass sich locker fühlt.

00:07:04: Das ist das, was die meisten Menschen dahinter wollen!

00:07:08: die meisten Menschen mit denen ich arbeite und ich bin ja selber auch, also ich gehörte ja selbst auch dazu.

00:07:13: Die rennen und rennenden und rennen funktionieren und funktionieren.

00:07:18: der Körper meldet sich schon länger und sie drücken das immer wieder weg weil die Bedürfnisse zu spüren, die eigenen Gefühle zu fühlen eine Zeit lang in ihrem Leben nicht sicher war.

00:07:32: Und dann lernen wir als Kind, okay ja das ist hier irgendwie nicht erwünscht.

00:07:36: Dann ist die Mama vielleicht traurig wenn ich meine Gefühle zeige oder dann ist die Sauer auf mich oder dann schickt sie mich in mein Zimmer, dann bin ich allein und dann fühle ich lieber meine Gefülle nicht sondern mache halt etwas was gesellschaftlich akzeptiert ist zum Beispiel kauf mir was oder trinkt was oder so.

00:07:53: und dann ist Alkohol hat leider so gebaut dass er abhängig macht.

00:07:59: Das weiß man eigentlich auch, aber bis es dann soweit ist, ist das oft schon zu spät.

00:08:05: Also ich habe jetzt verstanden dass sich mir das als Kind wahrscheinlich irgendwo abgeguckt hat als Regulationsmechanismus und dann im gelernt hab' Es ist nicht sicher meine eigenen Gefühle zu fühlen oder meine Bedürfnisse zu äußern, es ist sicherer zu funktionieren Und Ich weiss ja aber wenn ich so viel kaufe ist mein Kontrolleur.

00:08:29: Dann habe ich ein Problem, wenn ich Alkohol trinke bin ich irgendwann abhängig oder auch... Ich fühle mich ja körperlich nicht fit am nächsten Tag und bin ja gar nicht leistungsfähig.

00:08:37: Und ich mache es aber trotzdem!

00:08:40: Ist das mangelnde Disziplin?

00:08:43: Oder so was ich vermuten würde versucht uns unser Nervensystem eigentlich nur zu schützen und wovor?

00:08:53: Also mangelnde Disziplin?

00:08:54: ist das auch kein Fall, weil die Menschen mit denen ich arbeite, die Frauen sind alle super diszipliniert.

00:09:01: Ich habe auch wirklich Ärztinnen dabei viele selbstständige Rechtsanwältin und also wirklich erfolgreiche Frauen, die auch sagen achte auf meine Ernährung!

00:09:15: ich gucke, bin so diszipliniert.

00:09:17: Ich mache meinen Sport und aber da an der Stelle ist mir das aus dem Ruder gelaufen und das hat was damit zu tun dass Nervensystem halt in diesen Daueralarm Zustand hängt.

00:09:35: Also einfach, wenn man in diesem Dauern Funktionsmodus ist und gerade so High Performerinnen je mehr Frauen erreicht haben desto mehr sind sie es gewohnt zu rennen, immer weiter zu funktionieren, immer lächeln auch Wenn's innerlich ganz anders aussieht.

00:09:50: Und dann übergeht man die Signale des eigenen Körpers das eigene Nerven System solange dass das zum Normalzustand geworden ist sich selbst seinen Inneren zustands zu ignorieren und irgendwie zu überdecken, ob das jetzt Alkohol ist oder Schmerzmittel oder irgendwas anderes sich abzulenken.

00:10:08: Und die Disziplin, die an so vielen Stellen im Leben schon geholfen hat, die macht noch mehr Druck weil dann immer so mitschwingt.

00:10:20: so ich müsste das doch schaffen!

00:10:21: Ich müsste das auch hinkriegen!

00:10:23: Ich kriege doch sonst so viel hin und da mache das noch mehr inneren Druck.

00:10:29: Das Nervensystem kennt dann, also wenn es um Alkohol geht irgendwann nur noch zwei Zustände.

00:10:34: Also entweder Fight Flight, also totale Übererregung oder Betäubung.

00:10:40: aber echte Entspannung kann sich auch schon mal wie Gefahr anfühlen.

00:10:46: Für das Nerven-System ist es ja so dass was vertraut ist wird als sicher erlebt.

00:10:54: Und wenn echte Entspannung gar nicht vertraut ist, weil man die schon so lange nicht mehr kennt, dass man gar nicht mehr weiß wie das ist.

00:11:01: Dann kann genau die als Gefahr wahrgenommen werden und dann lieber schnell betäuben zu decken und weiter funktionieren, weil diese diese unbewusste Angst so groß ist vor dem was da sein könnte oder auch vor den gefühlen die da sein könnten kann ja sein dass da Gefühle kommen wenn ich dir jetzt nicht mehr betäube die viel zu groß sind, die ich vielleicht gar nicht halten kann mit denen ich gar nicht umgehen kann.

00:11:25: Weil ich die ja schon so lange nicht mehr gespürt hab.

00:11:28: Da weiß ich ja gar nicht einschätzen was dann auf mich zukommt.

00:11:33: Also habe ich richtig verstanden du sagst die Frauen sind schon im Fight oder Flight-Modus.

00:11:38: also sie sind so im Kampf und Fluchtmodus so abgeschnitten von ihren Gefühlen, von ihrem körperlichen Ding dass sie sogar Angst vor der Entspannung haben, Angst vor dem was passiert.

00:11:49: Wenn Sie nicht mehr funktionieren weil Sie es gar nicht mehr kennen und somit als Gefahr wahrnehmen.

00:11:55: aber das ist ja der einzige Punkt wie Sie da rauskommen.

00:11:58: also das ist eine totale Krux.

00:12:03: Was sagst du dazu?

00:12:04: oder wie hast Du's geschafft daraus zu kommen?

00:12:07: Weil ich denke mal das erste ist ja anzuerkennen, oder?

00:12:13: Also ganz viele sagen ja ach dieses eine Glas Wein am Abend.

00:12:16: Oder Ja das brauche ich zur Entspannung oder Geselligkeit.

00:12:21: so wie du sagst Ich trinke seit zwei Jahren glaube ich kein Alkohol aber nicht welchen Problem damit habe sondern weil er mir nicht schmeckt und weil der meine Gesundheitswerte einfach ruidiert für mehrere Tage Und mir ist das preisleistungsverhältnis zu hoch also ein Schluck Weinschorle drei tage schlechte Werte zu haben und mich fühl mich dann auch nicht gut.

00:12:39: Also mein Körper trägt glaube ich kein Alkohol.

00:12:45: Aber

00:12:46: in der Gesellschaft, so wie du sagst ist das... Ich bin nicht gesellschaftskonform.

00:12:50: also ich werde ganz oft komisch angeguckt und die Leute, die Alkohl trinken, finden es dann unangenehm wenn jemand dabei ist, der keinen trinkt.

00:13:00: Ja ja egal ob jemand Alkuhl trinkts oder nicht, das darf jeder für sich entscheiden.

00:13:04: aber wie kommt die da raus?

00:13:09: Wenn Sie sich noch die Geschichte erzählen, ich bin geselliger.

00:13:12: Das entspannt mich zur Beruhigung.

00:13:15: Wie hast du das geschafft?

00:13:19: Also Du hast es ja gerade schon gesagt so lang sich jemand die Geschichte erzählt dass alles in Ordnung ist Ist halt für die Person auch alles in ordnung.

00:13:29: Und da kannst du nicht von außen irgendwie sagen, also das ist ja wie mit anderen Dingen.

00:13:34: Ich kann ja nicht von Außen jemandem sagen dass er ein Problem hat.

00:13:37: die Person muss es für sich als Problem wahrnehmen.

00:13:42: Also wenn sich jemand fragt habe ich möglicherweise ein Problem?

00:13:47: Wenn diese Frage zumindest schon mal im Kopf rumgeistert Dann sage ich immer, stell dir mal vor.

00:13:52: Weil manche sagen ja auch, ach ja, ich genieße es aber es schmeckt mir ja auch.

00:13:56: und dann ähm ... Ich hatte heute Morgen noch so ein Gespräch, da hab' ich gesagt was schmeckt dir denn sonst noch?

00:14:00: Und da hat sie gesagt Ja, ich bin Felserin!

00:14:02: Ich mag felser Saumagen, ne?

00:14:04: Okay also ich selbst lebe vegan, dachte so

00:14:07: okay.

00:14:08: Aber ja ich kenne das, habe das schon mal gehört und hab gesagt jetzt stelle mal vor Du sagst du musst jetzt drei Monate lang auf felsersaumagen verzichten Ja, dann bist du bestimmt traurig und denkst auch das ist aber schade.

00:14:20: Aber das macht nichts weiter mit dir!

00:14:22: Aber jetzt stell dir vor, du musst drei Monate lang auf Wein verzichten... ...und spürt dann mal in dich rein was denn in dir passiert?

00:14:29: Und wenn man dann spürtt, dass das macht irgendwie eine Anspannung, das macht mir Angst da werde ich unruhig.

00:14:36: Das kann ich mir gar nicht vorstellen Dann ist das ein wichtiger Hinweis.

00:14:41: Das ist keine Diagnose, ich stelle keine Diagnosen.

00:14:44: Aber es ist ein wichtiger Hinweis!

00:14:46: Weil wenn es wirklich nur ein Genussmittel ist auf den Genussmitteln kann man leicht verzichten mal für eine Zeit aber nicht... Also wenn man emotional davon abhängig ist dann ist es schwierig und ja das mit dem.

00:15:03: also wenn man sich dann entschieden hat loszukommen, dann ist erstmal wichtig dass man sich auch wie du jetzt sagst den preisbewusst machte.

00:15:10: mein zahl dafür weil man muss halt fairerweise sagen also ich liebe mein nüchternes leben jede sekunde davon und ich würde das nie wieder eintauschen wollen.

00:15:22: gleichzeitig Weiß ich, weil ich es ja schon getestet habe.

00:15:26: Dass wenn man so richtig richtig richtig angespannt ist So ganz so to the core und nicht weiß wohin jetzt gerade mit der Spannung Dann hilft Alkohol sehr schnell uns sehr zuverlässig.

00:15:37: das muss man einfach sagen sonst würde ja keiner abhängig werden.

00:15:41: Das heißt am Anfang fühlen sich alle anderen Regulierungstechniken, alles was man so lernen kann.

00:15:48: Es gibt ja ganz tolle Sachen.

00:15:49: du hast in deinem Kurs das ja vollgepackt mit super Sachen mit denen man sich wieder spüren lernt und nichts davon.

00:15:59: also alles fühlt sich am Anfang wie die zweitbeste Lösung an.

00:16:02: ist es so?

00:16:04: Das ist so, das ist leider so.

00:16:05: Es muss ich aus eigener Erfahrung sagen, es ist am Anfang so ... Weil der Alkohol baut eine krasse Datenautobahn in deinem Kopf.

00:16:13: Das ist die direkte Standleitung zur Instantentspannung!

00:16:18: Im nächsten Moment kommen schon die Schuldgefühle und Scham.

00:16:21: Dann läuft schon der Film mit, was ist mit morgen früh?

00:16:24: Da muss ich wieder arbeiten, da werde ich mich schlecht fühlen.

00:16:27: Dagegen hilft der nächste Schluck.

00:16:29: Und der Nächste.

00:16:31: Und das ist halt so... Weswegen auch viele Frauen zu mir kommen und sagen, es steht ja keine Morgens auf.

00:16:37: uns sagt so ab heute trinke ich jeden Tag zwei Flaschen Wein.

00:16:41: Sondern wir haben ja alle angefangen mit einem Gläschen zum Entspannen.

00:16:45: Und dann auf einmal waren es zwei.

00:16:47: Dann waren's auch mal drei, da war meine Flasche leer und so hat sich das gesteigert.

00:16:52: oder jemand sagt irgendwann ne also irgendwie fällt mir das jetzt auf und ich höre wirklich auf damit.

00:16:57: die war vielleicht noch nicht so tief drin aber Es ist halt wirklich die Abkürzung zur Entspannung, aber mit einem sehr, sehr hohen Preis.

00:17:11: Also habe ich richtig verstanden dass du sagst abhängig bin ich dann wenn ich es mir emotional nicht mehr vorstellen kann ohne?

00:17:20: Egal, ob ich jetzt einmal in der Woche trinke jeden Samstag und Sonntag oder jeden Mittwoch.

00:17:25: Egal wie viel ich trinque wenn diese emotionale Abhängigkeit da ist und ich mir nicht mehr vorstellen kann ohne Alkohol zu leben dann habe ich ein Problem.

00:17:36: Genau!

00:17:37: Ich würde sogar schon einen Schritt früher ansetzen und sagen Dann wenn man trinkt...ich nenne das immer dieses Umzutrinken Wenn ich trINKE um einen gewissen Zustand zu erreichen oder zu verlassen Also wenn ich trinke, um mich zu entspannen oder wenn ich drinke um lockerer zu werden.

00:17:57: Um offener zu sein in Gesellschaft und dazu zu gehören.

00:18:02: So nach Motto eigentlich schmeckt mir das nicht Und eigentlich will ich ja auch morgen früh raus aber dann gucken die anderen komisch.

00:18:09: Das ist ja auch so ein Ich werfe das niemals vor dass es Ja ganz normal wir sind Wir als menschen das ist ja im psychologisches Grundbedürfnis dazuzugehören.

00:18:19: Und gleichzeitig heißt es ja, ich mache mich irgendwie so passend für Umstände und zahle dafür mit meiner Gesundheit.

00:18:27: Das ist halt das was ich meine, dieses umzutrinken... ...und das ist zumindest schon ein Alarmsignal dass ich auf der Straße zur emotionalen Abhängigkeit unterwegs bin.

00:18:39: Ja?

00:18:39: Das würde ich schon sagen ganz klar!

00:18:42: Bei mir war's dann so, dass ich zum Schluss wirklich... Also ich kannte echte Entspannung gar nicht mehr.

00:18:49: Also, als ich an diesem Punkt war wo ich gerade aufgehört hatte.

00:18:53: Da wäre dein Kurs zum Beispiel das wär für mich der heilige Grail gewesen.

00:18:58: Ich wusste gar nicht dass es so was gibt Weil ich halt gedacht habe Was mache ich denn jetzt mit dieser ganzen Anspannung in mir?

00:19:05: Und mir ist im Nachhinein erst bewusst geworden wie viele Signale mir auch mein Körper schon die ganze Zeit geschickt hat.

00:19:10: weil der Körper sagt es uns ja, er sagt uns ja ganz genau was los ist.

00:19:15: und Das fatale ist halt das Alkohol im Gegensatz zu shoppen.

00:19:18: weiß ich nicht, wie das da ist.

00:19:20: Aber ich glaube, Shoppen überdeckt halt nichts diese Körpersymptome.

00:19:23: also wenn du vorher Rückenschmerzen hast, hast du hinterher immer noch.

00:19:26: aber bei Alkohol ist ja so dass der auch körperliche Schmerzen überdeckt.

00:19:31: Also Kopfschmerzen, Rückenschmerz solche körperlichen Symptome, auch zum Beispiel den gestörten Schlaf überdeckt Alkohol.

00:19:40: Du schläfst zwar sehr oberflächlich also die Tiefschlafhasen fallen weg du wachst auf und bist total gerädert aber du hast den Eindruck als würdest du schlafen?

00:19:50: Und dass dein Nervensystem nachts auf Daueralarmzustand bleibt und gar nicht richtig schläft.

00:19:55: das kriegst du nicht mit weil du betäubt bist.

00:19:57: Das ist wie bei einer Vollnarkose es ist ja kein gesunderer Schlaf Aber du kriegste es halt nicht mit.

00:20:04: Ja, das ist schon ein krasser Regulierungsmechanismus und das meine ich mit dem guten Grund.

00:20:16: Auf der anderen Seite halt so verständlich wenn man in diesen Dauer funktionieren hängt Wenn man gar nicht weiß, wie man damit umgehen soll.

00:20:24: Wenn man nicht weiß wohin mit der inneren Anspannung, wenn man zum Arzt geht und kriegt gesagt, das ist alles in Ordnung die Werte sind top.

00:20:31: Man denkt sich aber ich merke ja hier stimmt was nicht Und dann merkt okay dieses wird einem überall gesagt Alkohol gehört zum Feierabend.

00:20:39: Dann probiert man das und mir geht es besser damit.

00:20:44: Das ist halt so.

00:20:45: der Grund warum wirklich schlaue Menschen da reinrutschen Ich nenne sie so, oder das ist halt auch das neue deutsche Wort da für Grauzonen-Trinkerinnen.

00:20:59: Also die nicht morgens aufstehen und erst mal ein Glas Wodka brauchen um klarzukommen sondern die machen ihren Job, die stehen morgensauf, die pflegen sich... ich sage ja Ärzte in Rechtsanwältin, die sind voll auf Sendung, sind top dabei können sich aber nicht mehr vorstellen wie Sie runterkommen sollen ohne ohne ein Glas Beine.

00:21:18: es ist halt meistens bei Frauen

00:21:22: Silke, danke von Herzen.

00:21:23: Es war dadurch dass ich kein Alkohol trinke weil mir das überhaupt nicht so bewusst.

00:21:28: aber Ich glaube es geht ganz vielen frauen da draußen so Dass ihr alkohol als zum abschalten nehmen.

00:21:37: also Frauen entwickeln ja ganz viele Strategien, um mit dem Stress umzugehen.

00:21:42: Und so wie du jetzt beschreibst... Also ich hab Alkohol noch nie so positiv gesehen, wie du ihn jetzt gerade beschrieben hast!

00:21:48: Weil für mich also.

00:21:49: mein Stiefvater war Alkuholiker, würde ich sagen.

00:21:54: Der war auch so.

00:21:56: ohne Bier ging das Leben nicht und für mich war das immer ein Negativ-Beispiel.

00:22:01: Ich habe immer gesagt, ich möchte nie so werten und Alkhohe war deswegen für mich was negativ ist.

00:22:08: Du hast mir jetzt das zum ersten Mal verständlich gemacht, warum Menschen davon abhängig werden.

00:22:17: Letzten Endes schneidest du dich ja in dem Moment von deinen Gefühlen und von allem, was da ist irgendwie

00:22:25: ab?

00:22:26: Also du beschreibst dich ja und fühlst dir dann gar nichts mehr oder?

00:22:32: Ja also... Gar nichts mehr würde ich so nicht sagen, aber es ist alles so gedämpft.

00:22:38: Also das ist auf ein erträgliches Maß runtergedämpfter.

00:22:41: So fühlt es sich dann an.

00:22:43: Wenn es gerade zu groß wird und überbordend, dann stützt man ihm die Krallen.

00:22:50: Und da sind wir aber auch schon gleich mittendrin im großen Nachteil, weil ich möchte mir ja hier nicht nachsagen lassen, dass sich Werbung machen dafür.

00:22:58: Nein, das dürften

00:22:59: wir erst mal

00:22:59: verständlich gemacht

00:23:00: werden wie

00:23:01: man es positiv sehen kann.

00:23:04: Ich habe es nie

00:23:04: verstanden!

00:23:07: Und das finde ich auch ganz wichtig, dass du das sagst.

00:23:09: Auch für die Frauen, die das hören weil sie schämen sich so sehr und denken halt wie kann mir das passieren?

00:23:16: Wieso kann ich da reingeraten?

00:23:19: Ich habe doch auch... Die haben ja alle Beispielen und sagen mein Onkel der war so und er ist ganz übel geendet und ich weiß das doch alles.

00:23:26: Ja Sie haben ja auch alle ihre Beispiele und wissen so wollte ich nie werden.

00:23:31: Ich weiß doch, was das Zeug anrichten kann und deswegen finde ich so wichtig aber darauf hinzuweisen dass es ja ein Stück weit eine Funktion hat.

00:23:41: Eine Funktion auch wirklich erfüllt!

00:23:42: Es gibt so einen Zitat da sich gerne benutze... ...ich weiss leider nicht von wem es ist.

00:23:47: Ich bin immer ganz schlecht mit Namen.

00:23:49: Das lautet, es ist sehr schwer etwas sein zu lassen, was beinahe funktioniert im Bezug auf Alkohol um.

00:23:56: das finde ich passend weil es halt Es könnte fast so schön sein, aber natürlich zahlt man einen hohen Preis dafür und das ist die Kehrseite.

00:24:08: Wie hast du es geschafft?

00:24:09: Und wie hilfst du den Frauen jetzt diesen Zirkel dieser Abwärtsspirale?

00:24:15: eher ich bin angespannt Alkohol ist eine schnelle Lösung, die mich wirklich auch entspannt.

00:24:20: Wie schaffst du dir daraus zu holen trotz Schuld und Scham?

00:24:23: oder wie hast Du selbst auch geschafft darauszukommen?

00:24:25: ja

00:24:27: also Bei der bei der Hilfe ist zum Beispiel ein ganz wichtiger Punkt, dass ich selbst betroffen bin.

00:24:33: Weil da natürlich die Schamschwelle schon mal niedriger ist weil sie wissen Ich werde Sie nicht verurteilen weil ich genau weiß wie es ist und sehr offen damit umgehe Dass sich selber an dem punkt war.

00:24:44: Und Das erste, was wir machen und das ist ein wichtiger Schritt.

00:24:50: Ist eine klare Analyse.

00:24:52: also ganz genau gucken wo stehe ich eigentlich mit dem thema alkohol?

00:24:56: Also den mut haben dahin zu gucken was sind meine trigger?

00:24:59: Was sind meine inneren rechtfertigungen?

00:25:02: Wo rede ich mir vielleicht selber die sachen bisschen schön?

00:25:05: Und da mal genau hinzugucken mitten im blick von außen weil seine eigenen blinden flecken kann man halt so schwierig sehen.

00:25:14: Das ist ein erster ganz, ganz wichtiger Schritt nach dem Schritt null.

00:25:19: Sozusagen über den wir ja eben schon gesprochen haben überhaupt mal sich eingestehen dass man ein Problem hat und das man was verändern möchte.

00:25:28: Dass es das ist überhaupt das Wichtigste also der wichtigste Punkt war für mich die Entscheidung zu treffen so sagen ich will das Zeug nicht mehr in meinem Leben haben.

00:25:38: Ich habe keine Ahnung wie das gehen soll Das wusste ich am Anfang wirklich nicht, aber ich mache mich jetzt auf dem Weg.

00:25:44: Ich suche mir jetzt Hilfe und... ...ich klär das jetzt weil ich will das nicht mehr!

00:25:50: Das macht mich kaputt so.

00:25:52: Das ist also Schritt Null.

00:25:53: dann Schritt Eins die Analyse Und dann geht es darum um jetzt in diesem Thema zu bleiben wieder innere Sicherheit herzustellen Also dieses Nervensystem aus dem Daueralarm rauszuholen so was wie einen inneren sicheren ort.

00:26:11: du nennst das das emotionale zuhause glaube ich in deinem kurs und Ich nenne es immer meinen inneren, sicheren Ort also dass.

00:26:19: Ich sowas wie einen Raum in mir habe indem ich sicher bin und indem ich das nicht brauche.

00:26:28: Natürlich braucht es auch ein paar strategien also so richtig handfeste verhaltenstherapeutische tools was mache ich wenn die druckwelle kommt und so.

00:26:36: aber Im Kern der Arbeit geht es darum, sich in Sicherheit zu bringen.

00:26:43: In sich selbst.

00:26:45: und dann von da aus – ich habe ja eben gesagt Alkohol hat diese Datenautobahn im Kopf gebaut – wir bauen eine neue Autobahn.

00:26:54: Eine die zur Entspannung, zur Sicherheit, zur Zugehörigkeit was immer das Bedürfnis genau dahinter ist.

00:27:01: Das haben wir ja dann in Schritt eins analysiert, die dahin führt ohne dass es nur Substanz braucht.

00:27:07: Also wie kann ich das selber regeln?

00:27:09: Und immer, immer selbst Ermächtigung.

00:27:15: Die Menschen lernen, dass aus sich selbst herauszutun wieder ans Steuer zu kommen ihres Lebens.

00:27:21: Sich nicht als Opfer einer Substanz zu fühlen sondern zu sagen hey ich kann das wohl kontrollieren!

00:27:27: Ich habe das nur vergessen wie es geht aber ich kriege das hin weil meine tiefste Überzeugung Und Teil meiner therapeutischen Grundhaltung ist, dass die Frauen alles was sie brauchen um ihre Probleme zu lösen in sich haben.

00:27:45: Ich gebe da nix rein was nicht schon da ist sondern das ist alles schon da und ich vergleiche es immer mit so einem Keller.

00:27:55: Das ist so eines meiner Lieblingsbilder.

00:27:57: Es ist ein Keller der vollgestellt wird Kisten und zugerümpelt und irgendwo da irgendwo in diesem Keller ist eine Kiste und da sind die Lösungen drin.

00:28:08: Da sind die Ressourcen drin, da sind sie stärken drin!

00:28:11: Und leider hat sich dann über die Jahre so viel drum herum angesammelt ganz viel also bei meinen Frauen dann ganz viel auch Kisten mit leeren Flaschen oder auch mit vollen Flaschern und wir gehen dann zusammen in diesen Keller und leuchten mal rum und suchen die Kiste mit den Ressoursen und die finden wir auch.

00:28:32: Was denkst du?

00:28:34: Welche kleine Sache kann jede Frau heute tun, um sich sicherer in sich zu fühlen und um ihrem Nervensystem einfach mehr Sicherheit zu geben.

00:28:44: Weil ich habe jetzt glaube ich richtig verstanden dass das der erste Schritt da raus ist.

00:28:48: also nachdem natürlich zu erkennen dass ich ein Problem hab zu erkennen welches Bedürfnis steckt dahinter ist ja diese Sicherheit in mir ganz wichtig.

00:28:57: Und was können die Frauen machen?

00:29:03: Also so eine erste kleine Übung, die ich immer ganz gerne anbiete ist sich über einen Tag verteilt.

00:29:11: So ein Timer zu stellen.

00:29:13: und Man hat ja festgestellt, dass so Übungen fürs Nervensystem das immer neunzig Sekunden, so mindestens Neunzig sekunden, dass das eine gute Zeit ist.

00:29:25: Das hast du ja bei dir glaube ich auch mit drin weil da halt so die parasympathische Reaktion dann anspringt.

00:29:32: und ich empfehle mal ganz gerne stell dir mal über einen Tag verteilt alle neunzig Minuten ein Timer und checkt dann mal neunzehnt Sekunden bei dir ein.

00:29:43: Und im allerersten Schritt sag ich zum Beispiel auch gar nicht eine Übung oder irgendwas, sondern innehalten.

00:29:50: Weide Füße auf dem Boden, innehalten Hand aufs Herz und die Augen mal kurz schließen und mal spüren was gerade in mir los?

00:29:58: Brauche ich irgendetwas?

00:30:00: habe ich irgendwelche Gefühle und möglichst Nicht bewerten nicht mitkommen den Kommentar mit laufen lassen Sondern wahrnehmen wirklich wahrnehmen Und das ist für viele Teilnehmerinnen schon echt, also erstens herausfordernd und zweitens aber auch... Sie sagen wow!

00:30:20: Das ist richtig wertvoll weil dieses regelmäßige und dann klingelt der Timer.

00:30:25: Dann weiß ich, ich mache das jetzt?

00:30:29: Ich kriege wieder einen Raum in meinem eigenen Leben da es wieder ein Platz für mich und für meine Bedürfnisse und für die Frage was eigentlich gerade mit mir los.

00:30:40: Das ist so ein erster kleiner Schritt, um einem Nervensystem zu signalisieren.

00:30:44: Hey ich bin auf deiner Seite und wir gucken jetzt mal anders hin!

00:30:49: Und wenn... also du hast jetzt gesagt alle Neunzig Minuten Timerstellen für neunzig Sekunden einchecken und vorhin hast du ja gesagt, die haben so eine panische Angst vor ihren Gefühlen.

00:31:02: Wie kriege ich diese Krux denn hin?

00:31:04: Dass ich sage Ich habe ja Angst zu fühlen!

00:31:06: Ich will das gar nicht fühlen Und ich will ja gar nicht bei mir einschicken.

00:31:10: Dann würde ich diesen Timer umgehen und immer auf Snooze drücken Um es jetzt nicht machen zu müssen.

00:31:16: Was hast Du da noch für einen Tipp gegen die Angst?

00:31:20: Ja also Ich sage mal, wenn das wirklich... weil das ist so ein ganz niederschwelliger Herangehensweise und wenn man wirklich feststellt dass man da schon Panik hat bei so einer Übung wo ich wirklich nur mal wahrnehme.

00:31:34: Und auch wenn Angst da ist, sage ok die Angst ist da und die darf jetzt da sein und es ist okay dann würde ich wirklich sagen sprich mal mit einer Fachperson darüber Nicht unwahrscheinlich, dass da eine ganz alte Stressreaktion mitläuft.

00:31:53: Also sowas Traumatisches vielleicht dahinter steckt Dass da was hochkommt was wirklich sagt du darfst dich auf gar keinen Fall spüren.

00:32:04: Die meisten Frauen also neun von zehn kommen damit ganz gut zurecht und sagen, okay das war am Anfang ungewohnt.

00:32:12: Aber das geht!

00:32:12: Und wenn da wirklich so ein Angstmonster kommt dann ist es mal ganz wichtig zu wissen, dass heißt nicht, dass mit dir was nicht stimmt.

00:32:19: Das heißt nicht ,dass du komisch bist oder bei dir gar nichts funktioniert oder du einen hoffnungsloser Fall bist oder so sondern das heißt, dass es sein kann, dass dieser Alarm in deinem Nervensystem der dich schützen will so groß ist und so laut dass der vielleicht wirklich fachliche Begleitung braucht, um da erstmal Sicherheit und Ruhe reinzubringen.

00:32:40: Okay also du sagst wenn ich diese Übung nicht machen kann, sollte ich mir Hilfe suchen und mit einem Experten drauf schauen?

00:32:46: Und du bist ja Traumafachberaterin, woher weiß ich denn das ich ein Trauma habe?

00:32:53: oder was ist dann ein Traumer aus Experten Sicht?

00:32:56: Also dieses Wort Trauma wird dir sehr inflationär überall verwendet.

00:33:01: Was würdest du denn sagen, was ist ein Trauma?

00:33:04: oder ab wann habe ich denn einen Trauma?

00:33:10: Früher

00:33:10: hat man Trauma immer in Verbindung gebracht mit dem sogenannten Schocktrauma- oder Monotrauma.

00:33:17: also da muss eine ganz schlimme Sache passiert sein.

00:33:19: das gibt es auch Menschen die schlimmen Unfall oder irgendwas erlebt haben

00:33:25: Also Unfallvergewaltigung Solche Sachen, Überfall.

00:33:28: Genau

00:33:28: Krieg, Flucht also wirklich Gefahr für Leib und Leben.

00:33:33: so das ist ein Schocktrauma.

00:33:36: Das gibt es natürlich.

00:33:39: Es gibt aber viel mehr Fälle die So unterm Radar fliegen Die nach dem sogenannten Stressor basierten Traumamodell funktionieren das heißt das Nervensystem.

00:33:51: Also Trauma is gar nicht das Ereignis das traumatische Eregnis sondern Trauma ist dann in erster Linie ein Nervensystems-Regulationsproblem.

00:34:03: Also da ist Stress passiert, existenzieller Stress den das Nervenystem in dem Moment nicht verarbeiten konnte.

00:34:11: Ich mache mal ein Beispiel dass man sich das vorstellen kann wenn jetzt ein Kind zwei Jahre alt ist und es geht im großen Kaufhaus verloren weiß ich nicht mehr wo die Mama ist und sucht die Mama, hat richtig Angst und Panik.

00:34:24: Und weiß nicht wo die Mama ist, lauter fremde Menschen und alle reden auf es ein und schreit um sein Leben.

00:34:30: letztlich für erwachsene relativ normaler alltägliche Situation aber für das Kind existenzieller Stress.

00:34:38: Das kann schon eine traumatische Reaktion im Nervensystem auslösen.

00:34:46: D.h.,

00:34:46: die Erinnerung an dieses Ereignis wird dann nicht sortiert abgelegt.

00:34:50: Also zwei Jahre war jetzt vielleicht auch ein bisschen jung, sagen wir es ist schon drei Jahre alt.

00:34:53: Aber das Ereignis wird nicht sortiert abgelegt sondern Es wird nur abgelegt als Gefühl Als Geruch, also fragmentierte Erinnerungen.

00:35:08: Das heißt zum Beispiel wenn das zum Beispiel in der Parfüm Abteilung passiert ist Dann kann es sein dass später im Leben Der Geruch von einem bestimmten Parfümmen so eine Art Angst oder Unruhreaktion in mir auslöst.

00:35:21: Und ich hab keine Ahnung, warum das so ist?

00:35:24: Wenn ich dieses paar Fünfe rieche, fühle ich mich nicht gut und möglicherweise könnte es sein dass das auf einer Situation beruht.

00:35:32: Das wird aber an sich nicht super schlimm sein.

00:35:35: also bevor jetzt alle sagen oh mein Gott solche Situationen passieren ja jeden Tag dann sind ihr alle Kindertraumatisierungen... Bin

00:35:39: auch mal!

00:35:41: Ja ich auch bin auch Mama.

00:35:45: Es kommt darauf an, was dann danach passiert.

00:35:48: Wenn die Mama wieder da ist und es korrigulierend auf das Kind einnimmt in den Arm und ist wieder da und alles ist gut ... Dann fährt das System auch schnell wieder runter.

00:35:59: Dann kann es trotzdem sein, dass später mal so ein paar Fümmen ein komisches Gefühl auslöst?

00:36:03: Irgendwie weiß ich nicht... Das macht mich nervös dieses paar Fümmen!

00:36:07: Aber es ist jetzt nichts Schlimmes, was das Leben beeinträchtigt.

00:36:11: Wenn man aber dann vielleicht noch Eine Mutter hat die in dem Moment gestresst reagiert.

00:36:17: Die vielleicht oft gestresste oder die vielleicht oft angetrunken ist, so war es bei mir der Fall.

00:36:25: Die halt nicht korrigulieren dann zur Seite stehen kann sondern sie sagt ja was weinst du jetzt immer noch ich bin doch wieder da meine Güte ist doch nichts passiert Es ist doch nix passiert und dann passiert das vielleicht öfter.

00:36:37: Dann haben wir vielleicht eine Bezugspersonin, die nicht so aufmerksam ist und man geht einmal in der Woche im Kaufhaus verloren.

00:36:43: Oder ist irgendwo unterwegs und keiner kümmert sich oder so?

00:36:47: Dann ist das auch immer noch nichts wo jetzt einen Jugendamt eingreifen würde sondern das ist immer noch irgendwie okay.

00:36:55: aber das kann halt dafür sorgen dass dann Stress auf Stress auf stress auf Stress kommen und das Nervensystem das nicht mehr runter reguliert kriegt Dauerstress-Situation irgendwie festhängen bleibt.

00:37:08: Und das ist dein Trauma?

00:37:11: Das kann dann im späteren Leben zu einer traumatischen Stressreaktion führen, genau weil.

00:37:17: dann kann es nämlich sein dass du dieses Parfüm riechst und hast eine regelrechte Panikattacke und weißt gar nicht mehr wohin mit dir und hast ne richtige Panikattacke vor dem Parfümmregal mit allem was dazugehört, mit Schweißausbrüchen, mit Herzrasen und weiß gar nicht wohin.

00:37:33: Und das ist dann ein wichtiger Hinweis darauf, dass da Stress in deinem Nervensystem hängt.

00:37:40: Der alt ist und wo man dann auf einer anderen Ebene nochmal Sicherheit herstellen sollte.

00:37:50: So eine Art Nachbealterung?

00:37:53: So eine art Nachbealterung ganz genau!

00:37:55: Nachversorgung

00:37:57: Okay...und was macht aus deiner Sicht als Trauma-Expertin.

00:38:03: Also ich hab jetzt richtig verstanden, ein Trauma ist wenn das Nervensystem nicht mehr regulieren kann und dauer gestresst bleibt aufgrund von Ereignissen aus der Kindheit oder auf Grund von Dingen die mir mal passiert sind und das können.

00:38:20: bei einer Person kann es eben koreguliert worden sein.

00:38:24: Sie ist einfach Widerstandsfieger und hat das nicht so empfunden.

00:38:27: Und bei der macht es gar nichts, sie entspannt sich.

00:38:29: Eine andere Person ist eben sensibler oder reagiert da völlig anders.

00:38:34: Wenn das Nervensystem dauer gestresst ist dann können wir von Trauma sprechen oder einer traumatischen...

00:38:41: Genau.

00:38:42: Mir ist gerade noch ein Bild eingefallen, was es vielleicht ganz gut erklärt und zwar das Bild von so einem Wasserfass.

00:38:50: Wenn man sich vorstellt, man steht in so einem großen Fass und wenn dann sowas passiert wie mit dem Kaufhaus oder andere Kleinigkeiten, dann kommt immer so ein bisschen Wasser in dieses Fass rein.

00:39:01: Unsere Fässer haben aber auch unten so einen Ablaufhahn, so ein Ablasshahn.

00:39:05: Und wenn dann die Mama ansonsten eine total liebe Mama ist und sich kümmert und alles, wird immer wieder unten Wasser abgelassen.

00:39:11: Dann kommt wahrscheinlich auch wieder oben Wasser rein.

00:39:14: Man hat mal vielleicht als Kind einen Unfall, bricht sich irgendwas, dann kommt vielleicht mehr Wasser.

00:39:19: Aber das wird auch wieder abgelassene, weil ansonstens das Leben gut ist... Aber wenn dann zwischendurch nicht genug Wasser abgelassen wird, aber immer wieder Wasser dazukommen.

00:39:30: Dann haben manche Frauen das Wasser irgendwann bis hier stehen und fühlen sich aber ganz normal weil sie sich an diesen Zustand gewöhnt hat und denken so es ist doch eigentlich alles okay in meinem Leben.

00:39:42: Aber beim kleinsten Stress geht das Wasser hierhin und Sie können nicht mehr atmen und sie denken wie so überreagiere ich denn?

00:39:51: Es ist doch eigentlich alles okay und haben aber gar nicht mitgekriegt, dass Ihnen das Wasser schon bis hier stand.

00:39:56: Ich finde es, erklärts vielleicht nochmal ganz gut?

00:39:58: Ja, es ist ein schönes Bild.

00:39:59: also du hast gerade zuerst zum Mund und dann zur Nase gezeigt für alle die jetzt nur per Audium

00:40:04: waren.

00:40:06: Danke Corinna!

00:40:07: Das

00:40:07: ist ein schönes Bild wenn mir das Wasserschon bis über den Mund steht und ich nur noch durch die Nase atme und dann kommt eine kleine Sache die das fast zum Überlaufen bringt, wie man so schön sagt.

00:40:17: Und dann kriege ich keine Luft mehr und verurteile mich aber vielleicht selbst weil ich denke es war ja jetzt gar nicht so schlimm.

00:40:24: Ja.

00:40:25: Was macht aus deiner Sicht die Veränderung eines Nervensystems wirklich möglich?

00:40:32: Also... Wie kann ich denn aus traumatherapeutischer Sicht die Autobahn neu

00:40:40: bauen?

00:40:43: Bei der Traumaarbeit gehört tatsächlich Psycho-Education auch ganz klar zur Arbeit.

00:40:48: Also, ganz oft ist es schon sehr erleichtern, wenn ich Frauen das einfach mal erkläre was da bei ihnen los ist und wieso sie ständig überreagieren und dass das gar keine Überreaktion ist sondern dass die sich davor schützen zu ertrinken gerade um in dem Bild zu bleiben.

00:41:05: Und dieses Verständnis darüber ach das ist mit mir los Das nimmt oft schon Stress raus weil dann weiß ich Mit mir ist alles okay.

00:41:15: Es liegt nicht daran, dass mit mir was nicht stimmt sondern im Gegenteil das Beweis, dass mein Nervensystem richtig gut funktioniert und mich richtig gut beschützt!

00:41:23: Und dass mein Körper richtig richtig schlau ist wenn er mir da ständig diese Verspannung anzeigt und sagt hey hier ist aber was guckt da mal hin?

00:41:34: Was wir nicht machen und auch nicht machen müssen davor haben viele Angst es in der ich sage mal so eine alten Soße immer rumrühren.

00:41:42: Also wir müssen nicht genau wissen, was passiert ist mit drei und mit dreieinhalb und mit vier und sieben.

00:41:49: Wir müssen das nicht alles wissen um es aufzulösen sondern es geht darum Im Heute, im Hier und Jetzt einen anderen Umgang damit zu finden mit sich.

00:42:01: Also zum Beispiel auch über solche Techniken wie du sie auch in deinem Kurs drin hast, sich anders zu regulieren, sich wieder wahrzunehmen, sich widerzuspüren und das als sicher zu erleben.

00:42:13: Und ich meine Überzeugung ist, meine Haltung ist dass es gerade bei also des Traumersensibles Begleitung auch bedeutet, gerade am Anfang ganz engmaschig an der Seite der Person zu sein.

00:42:30: Also ich finde es komisch wenn Traumatherapie sozusagen alle vierzehn Tage in Termin ist und dazwischen passiert irgendwie nichts.

00:42:39: so man ist sich selber überlassen.

00:42:41: Ich mache die Erfahrung dass ich mach.

00:42:43: am Anfang bin ich wirklich eins zu eins auch im Support Und dann mache ich die Erfahrung Frauen immer direkt ihre Fragen stellen dürfen und sagen dürfen, hey ich hab jetzt diese Übung gemacht.

00:42:55: Und das habe ich erlebt!

00:42:57: Ist das so in Ordnung?

00:42:59: Ist das irgendwie komisch?

00:43:00: was bedeutet das?

00:43:02: Und es ist immer wieder gespiegelt bekommen.

00:43:04: dann wächst die Sicherheit relativ schnell weil sie relativ schnell merken Hey ich kann ja etwas verändern Ich kann ja was bewegen.

00:43:11: Und ein ganz wichten Punkt finde ich noch und zwar zum einen würdigen wie das eigene System einen beschützt hat, davor dass es noch schlimmer wird.

00:43:28: Also ich habe mit einer Frau zum Beispiel gesprochen.

00:43:31: die hat geweint als ich ihr gesagt hab wie gut, wie schlau von dir, dass du angefangen hast Alkohol zu trinken weil wer weiß vielleicht hättest du sonst gar nicht mehr hier?

00:43:40: Weil vielleicht hattest du den Schmerz an das gar nicht ertragen können weil der ist wirklich was Schlimmes.

00:43:45: Schlimmes passiert Und das mal anzuerkennen und zu würdigen, dass es einfach auch eine Schutzreaktion ist.

00:43:53: Das verändert das Bild wie sich Frauen selber wahrnehmen und auch das nimmt einfach so diesen Stress raus weil die verurteilen sicher voll.

00:44:02: Ich bin mit mir stimmt was nicht, ich bin schwach, ich kann das nicht.

00:44:06: Und ich denke auch, aus dieser Problemtrans rauszukommen, also nicht immer auf das zu gucken was alles schlecht ist sondern auch das was schon gut ist.

00:44:26: Was gut geklappt hat, was schon da ist und was ich kann diese Stärken wieder mehr in den Fokus zu nehmen und das Symptom immer als Botschaft dazu begreifen eben von etwas was dahinter liegt.

00:44:44: so dass finde ich ganz wichtig.

00:44:49: Und jetzt habe ich den Faden ehrlich gesagt.

00:44:51: Ich

00:44:54: wollte auch

00:44:56: irgendwas hinaus, weil du gefragt hast nach der Traumarbeit wie wir das denn da machen und ich hatte noch so genau.

00:45:02: Ich weiß jetzt wieder was ich sagen wollte.

00:45:04: darf ich da nochmal anfangen?

00:45:10: Den zweiten Aspekt, den ich wichtig finde zu würdigen ist dass wenn es dann eine wirkliche Eine Situation gab an die Frauen sich auch erinnern, die wirklich schlimm war.

00:45:22: Wenn da was Schlimmes passiert ist das auch anzuerkennen und zu sagen Da ist etwas Schlimmes passiert Es gab ein Täter eine Täterin Und es gab mich als Opfer.

00:45:35: und Das ist so und dass darf ich auch anerkennen.

00:45:40: und Ich war das Kind ich hatte nicht die Verantwortung.

00:45:43: der Erwachsene ist immer der Verantwortliche.

00:45:47: Ich lasse aber jetzt die Hoffnung auf eine andere Vergangenheit los.

00:45:53: Das finde ich ganz wichtig, also nicht so sagen ja... Ich verzeihe das oder ich vergebe das und ich tue so als wäre das nie passiert weil das ist ja oft was auch in Familien passiert.

00:46:04: also wenn es jetzt wirklich um sexuellen Missbrauch oder sowas geht da wird nicht drüber gesprochen das darf man nicht sagen die eigene Wahrheit wird aberkannt sondern die eigene wahrheit anerkennen und dann aber zu sagen Ich wünsche mir jetzt nicht mehr rückwirkend, ich hätte doch eine schöne Kindheit haben wollen oder haben müssen.

00:46:23: Weil das bringt nichts sondern im Hier und Jetzt zu sagen okay so war das!

00:46:27: Und ab hier als Erwachsene kann ich mich anders entscheiden und kann den Weg anders gehen.

00:46:34: Man kann entscheiden nicht länger darunter zu leiden?

00:46:36: Genau.

00:46:38: Da hilft vergeben finde ich schon manchmal die mich anerkennen es hätte nicht passieren dürfen.

00:46:45: Ich vergebe mir, weil ganz viele Frauen denken ja auch das nie mit Schulterren sind und irgendwann auch dem anderen zu vergeben.

00:46:53: Aber nicht für ihn sondern damit ich Ruhe habe und neu in die Zukunft schauen kann und nicht vergeben im Sinne von gut heißen sondern Vergeben im sinne von ich leide nicht mehr drunter So ich beschleite ab heute nicht mehr darunter zu leiden egal wie meine Kindheit war.

00:47:11: Ja Ja, also den Punkt sich selbst zu vergeben, da sagst du was ganz Wichtiges.

00:47:17: Weil das stimmt, oft haben Opfer auch selber Schuldgefühle und deswegen ist auch diese Anerkennung, dass noch etwas passiert, das ist ganz wichtig.

00:47:28: Ich danke dir von Herzen für diesen Blick auf Alkohol der mir einfach nochmal einen anderen Blick darauf gegeben hat mich einfach verständnisvoller dafür gemacht hat und ich hoffe die frau die das hört,

00:47:45: dass

00:47:46: du dich jetzt weniger schuld fühlst oder vielleicht kennste auch jemanden der alkoholabhängig ist.

00:47:50: Und hast jetzt dafür ein besseres Verständnis?

00:47:54: Ich finde es ist so super eingehend erklärt dass auch wir, die vielleicht in der Familie leben mit jemandem, der alkoholabhängig ist.

00:48:03: Dass wir denen einfach das dort mehr Mitgefühl stattfinden können.

00:48:07: und wie du aber auch gesagt hast wenn derjenige das nicht einsieht dann sind wir eben auch raus.

00:48:12: Dann können wir von außen nichts machen.

00:48:15: Kannst du vielleicht noch zwei Tipps geben?

00:48:18: Einmal wenn ich selbst betroffen bin Und einmal wenn ich so ein Familienmitglied habe Was Frauen tun können.

00:48:25: Das wäre glaube ich noch mega hilfreich.

00:48:28: Ja, also ehrlich gesagt ist es in beiden Fällen der gleiche Tipp nämlich sucht ihr Unterstützung.

00:48:35: Es gibt sehr gute Unterstützung für Betroffene sowohl im kostenfreien System als auch im bezahlten Systemes gibt ja mittlerweile unterschiedlichste Ansätze und es gibt auch sehr sehr gute Begleitung für Angehörige.

00:48:49: und wenn man sich nicht sicher ist Ist das was für mich oder so dann ist sicherlich eine gute Anlaufstelle ne Selbsthilfegruppe auch für An gehörige von Alkoholikern oder von Suchtkranken und gerade bei diesem Thema, weil das so schambesetzt ist.

00:49:09: Also es klingt jetzt so banal, hol dir Unterstützung!

00:49:12: Aber das ist es bei dem Thema nicht, weil dass es so so Scham besetzt, dass ganz viele Menschen in ihrem Kopf haben ich muss das alleine hinkriegen?

00:49:20: Ich muss das allein

00:49:21: schaffen?!

00:49:22: Ich kann damit nichts zu jemand anders hingehen um mit dem darüber sprechen nicht richtig.

00:49:29: Also wenn man sich ein Knochen bricht, dann heilt der theoretisch ja auch von alleine!

00:49:34: Wenn man das einfach in Ruhe lässt... Aber da würde man auch zum Arzt gehen und zur Physiotherapie und gucken dass es wieder gut wird und man wieder gehen kann.

00:49:43: Und es gibt wirklich nichts wofür man sich schämen muss.

00:49:48: Es ist keine Charakterschwäche und es gibt gute Unterstützung.

00:49:52: und bitte, bitte sprich mit jemandem.

00:49:55: Das wäre wirklich mein Tipp.

00:49:57: Also du sagst, egal ob Betroffener oder Familienmitglied, holt euch Hilfe an die Seite.

00:50:05: Denn das alleine zu regulieren, alleine zu schaffen wenn du es bisher nicht geschafft hast ist wahrscheinlich sehr unwahrscheinlich.

00:50:13: Vielen lieben Dank Silke!

00:50:14: Vielen dank an dich, die hier zugehört hat.

00:50:16: Wenn du jemanden kennst der vielleicht genau diesen Podcast hören soll dann leite ihn unbedingt weiter.

00:50:23: schreib uns einen Kommentar drunter Like ihn, wir freuen uns.

00:50:26: Ich verlinke auch noch mal Sekis Kontakt hier drunter denn ich glaube Seki wenn sich jemand an dich wenden möchte, können er das auch tun?

00:50:35: Du machst eins zu eins Betreuung und auch...

00:50:41: Genau es gibt Gruppen, es gibt Einzelbetreuungen also es gibt da verschiedene Möglichkeiten.

00:50:45: gerne einfach melden

00:50:47: und

00:50:48: dann schauen wir was es braucht.

00:50:49: Hier drunter und von Herzen Danke für dich, liebe Silke.

00:50:54: Danke für Dich als Zuhörerin und so schön dass wir auch darauf mal die Taschenlampe halten konnten und das Thema beleuchten konnten.

00:51:02: Bis ganz

00:51:03: bald!

00:51:03: Mach's gut!

00:51:04: Tschüss und danke Silke!

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